Anngret

Im Sommer 2010 bekam ich die Zusage, im Rahmen des COMENIUS-Programms für lebenslanges Lernen im Oktober einen Kurs für Spanischlehrer besuchen zu können. Und welch ein Glück, ich konnte dies in Conil in der Academia Andaluza tun. Wie ich es genießen würde, einmal wieder Schülerin zu sein, Spanisch zu sprechen und mich mit anderen Lehrern auszutauschen.

Es hätte denn auch gar nicht besser kommen können, denn unser Kurs bestand nur aus zwei deutschen Lehrerinnen und noch einer Spanierin, die gerne Lehrerin werden wollte. In so einer Kleingruppe ließ es sich natürlich prima arbeiten. Carmen, nuestra profesora querida, hatte einige Themen zur Theorie der Fremdsprachenvermittlung vorbereitet. Also am Anfang ging es noch mal „back to the roots“, wie war das alles mit den Sprachfertigkeiten, dem Europäischen Referenzrahmen, den verschiedenen methodischen Ansätzen und und und. Nach der Theorieauffrischung ging es gleich in die Praxis: Wie kann man die Theorien denn konkret in der eigenen Unterrichtspraxis umsetzen? Zusammen mit Carmen entwickelten wir Beispiele und konnten dabei von Carmens unglaublichen Erfahrungs- und Ideenreichtum profitieren. Jeden Tag gab sie „otro truco“ ihrer Unterrichtspraxis preis und zeigte uns ihre Lieblingsmaterialien. Besonders ihre Sicht auf die deutschen Spanischlerner mit ihren typischen Fehlerquellen bereicherte unser Repertoire an Erklärungshilfen. Ich habe mich besonders über das „web del día“ gefreut. Carmen hat in jeder Stunde Internetseiten vorgestellt, als visueller Anreiz, Materialsammlung, Idee, für sprachliche Zweifelsfälle, wofür auch immer wir Spanischlehrern sie auch nutzen mögen. Diese Dinge setze ich nun fleißig in meinem Unterricht ein und bekomme viele positive Rückmeldungen dafür.

Ach ja, und während ich die Schulbank drückte, haben meine kleinen Töchter bei Isabel Spanisch geschnuppert und sind jetzt Feuer und Flamme!

Anngret Lieb, Jena